Carsten
Ringen, Judo, Sambo, MMA, Marathon

Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe!

Willy Meurer
Geboren
1991
Sport
Ringen, Judo, Sambo, MMA, Marathon
Größte Erfolge
5. Weltmeister 2011
1. Deutscher Mannschaftsmeister 2018
1. Deutscher Meister 2008
1. Deutscher Meister 2007
2. Deutscher Meister 2004
3. Deutscher Meister 2011
3. Deutscher Meister 2011 Junioren
1. Süddeutscher Meister 2004
24 x Landesmeister (Ringen, Judo, Sambo)

133 Finalteilnahmen bei Internationalen Turnieren und Meisterschaften, davon 103 Einzel- und 9 Mannschaftsturniersiege.
Karriere & Wettkämpfe

Mein Weg. Meine Entscheidungen. Mein Leben.

Carsten Murelly Kopp – Der sportliche Werdegang von 1998 bis 2018 … und danach

Die sportliche Laufbahn von Carsten Murelly Kopp, dem ältesten der drei Kopp-Brüder, ist ein eindrucksvolles Beispiel für Vielseitigkeit, außergewöhnliche mentale Stärke und den konsequenten Weg in die absolute deutsche Spitzenklasse des Ringersports.

Der Grundstein für diese Karriere wurde im Jahr 1998 gelegt. Damals zeigte sich bereits die enorme sportliche Veranlagung von Carsten Kopp, der parallel als treffsicherer Torjäger beim FV Urloffen, als siegreicher Athlet beim ASV Urloffen auf der Matte sowie als technisch versierter Judoka beim BC Offenburg in drei Sportarten gleichzeitig Turniersiege feierte. In den Folgejahren 1999 bis 2001 dominierte er die regionalen Nachwuchswettbewerbe und sicherte sich serienweise die Landesmeisterschaften im Judo sowie im Ringen (sogar in beiden Stilarten). Nach einem sportlich schwierigen Jahr 2002, in dem er vorübergehend ohne Titel blieb, kehrte er 2003 eindrucksvoll zurück: Als erst Zwölfjähriger erkämpfte er sich den dritten Platz bei den Süddeutschen U15-Meisterschaften im Judo, wurde Baden-Württembergischer Meister und siegte bei renommierten internationalen Turnieren in der Schweiz, München und Karlsruhe.

Ein historisches Kunststück gelang Carsten Kopp im Jahr 2004, als er sich in drei verschiedenen Kampfsportdisziplinen – Ringen, Judo und Sambo – zeitgleich die Landesmeisterschaft sicherte. Als jeweils Jahrgangsjüngster setzte er mit dem Süddeutschen U15-Meistertitel im Judo, der deutschen Vizemeisterschaft im Sambo und einem sechsten Platz bei den Deutschen U15-Meisterschaften im Freistilringen wegweisende Akzente. Dass er im Jahr 2005 mit gerade einmal 14 Jahren als jüngster Ringer in der Landesliga Württemberg antrat und dort etablierte EM-Teilnehmer bezwang oder gar schulterte, unterstrich sein außergewöhnliches Potenzial und bescherte ihm den unangefochtenen Spitzenplatz in der U18-Punktewertung. Ein internationaler Meilenstein folgte 2006 mit dem Turniersieg bei den „World Youth Friendship Games“ in Amsterdam, wo er die Freistil-Konkurrenz mit sechs Siegen in sechs Kämpfen dominierte.

Das Jahr 2007 markierte eine entscheidende Zäsur: Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Sambo zog sich Carsten Kopp aus dem Judo- und Sambosport zurück, um sich vollkommen auf das Ringen zu fokussieren. Er wechselte an den Olympiastützpunkt und das Sportinternat in Schifferstadt. Unter der Führung von Erfolgstrainer Waldemar Galwas vollzog er in Rekordzeit einen historisch seltenen Leistungssprung. Das Resultat folgte prompt am 13. April 2008, als er Deutscher Meister im Freistilringen wurde. Kurz darauf gab er im Alter von nur 16 Jahren ein fulminantes Debüt in der 2. Bundesliga für den ASV Schorndorf und besiegte direkt einen moldawischen Spitzenringer.

Nachdem das Jahr 2009 durch Trainerwechsel im Verband von Stagnation geprägt war und das Jahr 2010 mit dem Rückzug des ASV Schorndorf sowie einer Formkrise einen sportlichen Tiefpunkt bereithielt, bewies Carsten Kopp mentale Reife und zog die Reißleine. Er verließ das Internat, schloss sich dem Zweitliga-Spitzenclub KSV Schriesheim an und kämpfte sich über harte Trainingsmonate zurück. Bereits Ende 2010 bezwang er den EM-Dritten von 2007 und feierte mit Schriesheim die Vizemeisterschaft.

Das Jahr 2011 wurde schließlich zum absoluten Triumphjahr und brachte den endgültigen internationalen Durchbruch. Im Februar schlug Carsten Kopp den langjährigen deutschen Serien- und Europameister Felix Menzel glatt in zwei Runden, gefolgt vom Turniersieg beim FILA-Turnier in Lettland, wo er die internationale Elite aus der Türkei und Georgien besiegte. Im Juli 2011 sorgte er bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Bukarest für großes Aufsehen: Mit einem spektakulären, kompromisslosen Offensivdrang und erstklassigen Beinangriffen marschierte er bis ins WM-Halbfinale durch und beendete das Turnier als bester deutscher Nachwuchsringer auf einem herausragenden fünften Platz.

Auch auf nationaler Ebene war er 2011 das Maß aller Dinge. Ab Oktober führte er die Liga an und beendete die Saison als unangefochten bester Ringer der 2. Bundesliga-Süd. Mit einer makellosen Bilanz von 18:0 Siegen (saisonübergreifend 23:0), 61:1 Rundensiegen und 161:18 technischen Punkten setzte er neue Maßstäbe im deutschen Ringsport. Am 8. Dezember 2011 rundete er dieses geschichtsträchtige Jahr mit dem erfolgreichen Ablegen der Prüfung zur Trainer-C-Lizenz im Leistungssport ab und schuf damit das Fundament, um seine hochklassige Expertise künftig auch abseits der Matte weiterzugeben.

Das Jahr 2012 markierte im Rückblick einen tiefen Wendepunkt in der Karriere des jungen Ausnahmetalents. Nach seinen sportlichen Vorleistungen war Carsten Kopp regulär auf Platz eins für den EM-Kader gesetzt. Eine nachträgliche und umstrittene Änderung des Regelwerks noch in der Wettkampfhalle warf ihn jedoch auf den dritten Rang zurück und verwehrte ihm die verdiente Nominierung – zugunsten eines Athleten, den Kopp im direkten Duell klar besiegt hatte. Dieser Vertrauensbruch mit dem Nachwuchstrainer des Deutschen Ringerbunds hinterließ tiefe Spuren; aus tiefer Frustration bestritt Kopp im weiteren Jahresverlauf kein Turnier mehr.

Seiner sportlichen Klasse tat dies jedoch keinen Abbruch: Als begehrtestes Talent auf dem Transfermarkt, umworben von der halben Liga, wechselte er zum TuS Adelhausen in die 1. Bundesliga. In der mit Olympiasiegern, Welt- und Europameistern besetzten Eliteklasse sorgte der erst 20-Jährige sofort für Furore. Unter anderem fügte er dem rumänischen Weltklasseringer Anatoli Guidea die erst zweite Bundesliga-Niederlage in dessen langjähriger Karriere zu.

Im Januar 2013 wagte Carsten Kopp den Sprung über den Atlantik. Als einem von wenigen deutschen Sportlern gelang es ihm, ein Stipendium an der Campbell University in North Carolina (USA) zu ergattern. Während er im harten Universitätssystem akademische Höchstleistungen erbrachte und als erster ausländischer Sportler überhaupt aufgrund seiner herausragenden Noten in die renommierte President’s List der Universität aufgenommen wurde, verlief die sportliche Erfahrung im NCAA-Ringen zwiespältig. Obwohl Kopp seine Gegner physisch dominierte, war das amerikanische Regelwerk nicht auf seinen explosiven, technischen Stil ausgelegt. Umstrittene Kampfrichterentscheidungen gegen seinen Standkampf führten dazu, dass er Ende 2013 nach Deutschland zurückkehrte. Nur einen Tag nach seiner Landung stand er am 30. November 2013 wieder für den TuS Adelhausen auf der Matte und lieferte dem amtierenden Deutschen Meister Marcus Plodek einen spektakulären Kampf auf Augenhöhe.

In den Jahren 2014 bis 2018 blieb Carsten Kopp eine feste und verlässliche Größe in der 1. Bundesliga und rief regelmäßig Spitzenleistungen ab, während er gleichzeitig abseits der Matte bereits intensiv die Weichen für seine berufliche Zukunft stellte. Dass er das Siegen nicht verlernt hatte, bewies er 2016 mit dem erneuten Gewinn der Landesmeisterschaft im freien Stil. Im Januar 2018 krönte er seine eindrucksvolle Ringerkarriere schließlich mit dem perfekten Schlusspunkt: dem Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft mit dem KSV Ispringen.

Heute hat Carsten Kopp die im Leistungssport erlernte Zielstrebigkeit erfolgreich in die Wirtschaft übertragen. Er ist als erfolgreich als selbständiger Finanz- und Immobilienmakler (www.kopp-consulting.de) im Luxussegment tätig und hat sich dabei auf den anspruchsvollen Bereich des Denkmalschutzes spezialisiert. Dass der sportliche Ehrgeiz ihn jedoch nie ganz losgelassen hat, bewies er im März 2026: Völlig überraschend tauchte sein Name auf der Starterliste des renommierten Paris-Halbmarathons (Hoka Semi de Paris) auf. Bei seinem Debüt pulverisierte er die magische Zwei-Stunden-Schallmauer auf Anhieb – und deutete damit eindrucksvoll an, dass sein sportliches Buch noch lange nicht geschlossen ist.

Quintessenz eines Champion-Weges

Die Vita von Carsten Kopp zeigt eindrucksvoll: Wahrer Erfolg misst sich nicht nur an den Momenten des Triumphs, sondern vor allem am Umgang mit den unvermeidbaren Rückschlägen des Lebens. Ob politische Fehlentscheidungen im Verband, sportliche Krisen oder der Wechsel in ein völlig neues System – Carsten Kopp hat bewiesen, dass sich Aufgeben nie lohnt. Mit unbändiger Disziplin, mentaler Härte und einem unerschütterlichen Ehrgeiz kehrt man am Ende stets als Sieger zurück. Es sind genau diese Tugenden des Spitzensports, die ihn auch heute im Beruf und im Leben antreiben: Wer immer weitergeht und niemals aufgibt, bleibt dauerhaft erfolgreich.

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