Chronik eines Rekord-Wochenendes: Der Marathon-Erfolg der Gebrüder Kopp
Ein sportliches Mammutprogramm zwischen Ringer-Matte und Judo-Kimono: Binnen 48 Stunden erobern die drei Kopp-Brüder vom ASV Urloffen die Sportbühnen in Baden, Südbaden und Hessen. Die Bilanz des geschichtsträchtigen Wochenendes bricht alle Rekorde.
Urloffen/Titisee-Neustadt/Tennenbronn/Fahrenbach…ako…13/14.10.2001… Es war eine logistische und sportliche Meisterleistung, die wohl als einmalig in die Chronik der Urloffener Sportgeschichte eingehen wird. Am vergangenen Wochenende absolvierten die Gebrüder Kopp ein Programm, das selbst erfahrenen Athleten den Atem rauben würde. Getragen von einem unbändigen Siegeswillen sammelte das Trio Titel und Medaillen in zwei verschiedenen Sportarten über drei Bundesländer hinweg.
Samstag, 13.10.2001: Das Herzschlagfinale auf der Judo-Matte
Das vollgepackte Wochenende startete pünktlich um 08:00 Uhr mit der Abfahrt zu den Badischen Judo-Landesmannschaftsmeisterschaften der U11 im Schwarzwald nach Titisee-Neustadt. Für das Team des BC Offenburg gingen die drei Urloffener Brüder Carsten, Claus und Christian Kopp auf die Matte. Nach beeindruckenden Siegen über den Titelfavoriten BC Karlsruhe und einem Kantersieg über Judokan Bretten stürmte die Offenburger Equipe (ergänzt durch Kilian Plack, Rico Maier, Denis Brauer und Jan Federspiel) geradewegs ins Finale.
Dort wartete um 12:47 Uhr mit dem JSV 50 Villingen der absolute Erzrivale. In der Neuauflage des südbadischen Finales vor zwei Wochen erlebten die Zuschauer Hochspannung „PUR“. Nach vier Kämpfen lagen die Kreisstädter scheinbar aussichtslos mit 1:3 im Hintertreffen. Doch mit sensationeller Moral kämpfte sich das Team zurück: Denis Brauer und Carsten Kopp bogen den Rückstand um und glichen in einer nervenaufreibenden Aufholjagd zum 3:3 aus. Den Schlusspunkt setzte Jan Federspiel, der im alles entscheidenden siebten Duell die Nerven behielt, seinen Gegner nach Punkten niederwang und um 13:08 Uhr den umjubelten badischen Landesmeistertitel perfekt machte.
Der Sekunden-Krimi: Wechsel zur Ringer-Jugendliga
Während die Mannschaftskameraden in Neustadt nach der Siegerehrung um 13:20 Uhr die Korken knallen lassen konnten, hieß es für Carsten Kopp: Keine Atempause! Um 13:30 Uhr startete die eilige Weiterfahrt ins südbadische Tennenbronn, wo am Nachmittag ein wichtiger Doppelkampftag der Jugendliga Südbaden im Ringen auf dem Plan stand.
Es wurde ein Wettlauf gegen die Uhr: Exakt um 14:54 Uhr – mickrige sechs Minuten vor dem offiziellen Wiegeschluss – erreichte das Auto die Halle. Um 15:38 Uhr stand Carsten bereits in den Ringerschuhen auf der Matte. Obwohl man ihm in der Anfangsphase die vorangegangenen Judo-Duelle und die blitzschnelle technische Umstellung der Sportart noch anmerkte, besiegte er Michael Armbruster (KSV Tennenbronn) deutlich mit 13:1 Punkten. Noch schneller kurzen Prozess machte er um 16:23 Uhr mit seinem zweiten Gegner: Florian Neumaier (VfK Mühlenbach) wurde noch vor dem Pausenpfiff eiskalt geschultert.
Einziger Wermutstropfen eines bis dahin perfekten Samstags: Trotz Carstens Maximalausbeute gingen beide Mannschaftskämpfe des ASV Urloffen am Ende deutlich verloren. Um 17:30 Uhr traten die erschöpften Sportler die Heimreise nach Urloffen an.
Sonntag, 14.10.2001: Der Gold-Rausch in Hessen
Lange ausschlafen war für das erfolgreiche Brüdertrio am Sonntag nicht drin. Bereits um 06:30 Uhr saßen Carsten, Claus und Christian Kopp wieder im Auto – dieses Mal mit dem Ziel Fahrenbach in Hessen, wo ein hochkarätig besetztes Internationales Jugendringerturnier wartete. Trotz der enormen Knochenarbeit vom Vortag präsentierten sich die Brüder in einer atemberaubenden körperlichen Verfassung.
Zwischen 10:00 Uhr und 16:15 Uhr zauberte Carsten Kopp eine makellose Bilanz von sechs Siegen in sechs Kämpfen auf die Matte und verteidigte damit seinen internationalen Titel aus dem Vorjahr in absolut souveräner Manier. In nichts nach stand ihm sein Bruder Claus: Auch er dominierte sein Teilnehmerfeld nach Belieben, blieb in sechs packenden Begegnungen ungeschlagen und sicherte sich völlig verdient den „Platz an der Sonne“. Um 16:45 Uhr standen somit beide Brüder bei der feierlichen Siegerehrung ganz oben auf dem Podest.
Die größte Willensleistung des Sonntags zeigte jedoch der jüngste im Bunde: Christian Kopp wurde im Vorfeld durch einen schmerzhaften Wespenstich in die Kuppen des linken Ringfingers massiv gehandicapt. Trotz dieser Einschränkung biss Christian auf die Zähne und zeigte fantastisches Ringen. Besonders bitter: Obwohl er im Turnierverlauf den späteren Turniersieger schlagen konnte, verpasste er wegen einer minimal schlechteren Punktedifferenz den Einzug ins Finale hauchdünn. Umso anerkennenswerter war seine Reaktion im kleinen Finale: Christian zog noch einmal alle Register, feierte einen überlegenen Sieg und sicherte sich hochverdient die Bronzemedaille.
Eine Bilanz für die Ewigkeit
Als am Sonntagabend die Heimreise angetreten wurde, rieben sich Trainer und Verantwortliche ungläubig die Augen. Die epische Gesamtbilanz dieses denkwürdigen Wochenendes liest sich wie folgt:
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5 x Platz 1 (Gold): Mannschaftstitel bei der Badischen Judo-Meisterschaft sowie die Einzeltitel beim Internationalen Ringerturnier durch Carsten und Claus Kopp.
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1 x Platz 3 (Bronze): Eine heroische Medaille trotz Wespenstich für Christian Kopp in Hessen.
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2 Einzelsiege in der Jugendliga Südbaden: Die maximale sportliche Ausbeute durch Carsten Kopp innerhalb weniger Minuten nach der Autobahn-Ankunft.
Mit dieser wohl einzigartigen Konstellation haben die Gebrüder Kopp ein sportliches Ausrufezeichen gesetzt, das in Zukunft im Nachwuchsbereich kaum mehr zu toppen sein dürfte.





